Mittwoch

Als Stadtwanderin unterwegs ~ Das Boot ist nicht voll

Etwas Schatten und ein Schläfchen in Ehren an diesen heißen und schönen Sommertagen.
(Bilder durch anklicken vergrößern)

Die Schneeleoparden machen es vor, sie faulenzen und träumen von einem kalten Schneetag im Februar HIER↓


Der Yak mit seinem dicken Pelz träumt von saftigen Wiesen im kühlen Gebirge, vielleicht auch von der mongolischen Steppe HIER↓


Der Seehund hat es besser, erst eine Runde abkühlen im Wasser und sich dann auf dem Stein in der Sonne räkeln.


Oder wie die kleine Pandabärin Olga, die im Geäst des Baumes einen Schattenplatz gefunden hat.


Währenddessen sitzt die Stadtwanderin (ich) ein wenig am See in der angenehmen und nicht zu brennenden Abendsonne.

Ein Blick auf den See, ein Blick in den Himmel.

Und dann ein Blick in den „Abendblick“, wo ich neben Klatsch und Tratsch doch tatsächlich wieder einmal eine Perle finde. Ein kleines Interview mit alt Bundesrätin Ruth Dreifuss.

Unter anderem fragt sie der Interviewer: Viele Menschen sind sehr betroffen über die Ereignisse im Mittelmeer. Wäre es nicht nachhaltiger, das Flüchtlingsproblem in den Herkunftsländern zu lösen?

Ihre Antwort: Ich teile die große Trauer darüber, was an den Grenzen Europas geschieht. Auf Lampedusa, in Ceuta, auf den griechischen Inseln. Es gibt keine einfachen Lösungen. Es braucht Polizei, um den Schleppern das Handwerk zu legen. Es braucht Verhandlungen mit den Regierungen der Ursprungsländer. Es braucht Frieden und Entwicklung.

Aber auch Wege um direkt an der Quelle der Migrationsströme zu handeln, etwa durch eine Wiedereinführung des Botschaftsasyls. Nicht zuletzt braucht es eine bessere Verteilung der Flüchtlinge in Europa.  ….

Und auch: Das Volk wäre bereit, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Gerade aus Syrien. Jeder versteht die Bilder, die uns aus Syrien erreichen. Sie zeigen, dass dort kein menschenwürdiges Leben möglich ist. HIER↓alles lesen

Frau Ruth Dreifuss↓ war 1999 Bundespräsidentin auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle aus dem Balkan. Eine klasse Politikerin, die damals mit Frauenpower in den Bundesrat gewählt wurde.

Darauf bin ich auch heute noch stolz, das war ein richtiger Politkrimi↓, wie wir Frauen uns auf breiter Ebene wehrten und das von den Patriarchen vorbereitete Politsüppchen versalzten.

Wer meint, das Boot sei voll, soll sich den Film „Die Akte Grüninger“ zu Gemüte führen. Diesen eindrücklichen Film habe ich vor einiger Zeit auf DVD gesehen. Und ich musste weinen aus Trauer und Scham über die damaligen Ereignisse in der Schweiz. Das Boot ist nicht voll, Kriegsflüchtlinge haben ein Anrecht auf Schutz und Aufnahme.

HIER↓ zur Filmbesprechung in einem anderen Blog:
Wenn illegales Handeln moralisch legitim ist
HIER↓ Polizeikommandant Hauptmann Paul Grüninger (1891–1972) 
Ein stiller Held, der erst 1993 politisch rehabilitiert wurde.


Aus dem Fenster fotografiert im Limmatschiff auf dem Nachhauseweg über den See.


Nochmals Sommer tagsüber und nachts angenehm kühl. So könnte es gerne noch eine Weile bleiben.


Der Sechseläutenplatz von oben. Bald ist er wieder belegt mit einem Event.


Irgendwann sollen wir abstimmen können, ob der Platz das ganze Jahr frei bleiben soll, schön wäre es, doch Geld braucht die Stadt halt auch. 


Wenn wir nur noch das sehen, was wir zu sehen wünschen,
sind wir bei der geistigen Blindheit angelangt.
Marie von Ebner-Eschenbach

Liebe Grüsse aus dem
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