Mittwoch

Unsere Grundwerte sind keine Selbstverständlichkeit…

…sondern wurden hart erkämpft. Es gilt dafür einzustehen und zwar jeden Tag. Das ist das Fazit der Kolumne von Stadtrat Richard Wolff, die ich heute im städtischen  Amtsblatt gelesen habe, und die mich sehr angesprochen hat. 

Er erzählt, dass er am letzten Samstag bei seinem kurdisch-syrischen Coiffeur im Quartier war. Dort lief eine rege Diskussion über die Ereignisse in Paris. Bei allen Anwesenden war das Entsetzen groß, und die Morde wurden uneinge-schränkt verurteilt.

Stadtrat Wolff schreibt, die schrecklichen Ereignisse und die Solidaritäts-kundgebungen gegen den Terror konfrontieren uns alle mit der Frage, mit welchen Mitteln wir für unsere Grundrechte einstehen sollen. Er ist der Meinung (ich auch), dass wir uns von pauschalen Verurteilungen distanzieren müssen.

Es sei gefährlich, wenn die gesellschaftliche Entsolidarisierung – unter dem Vorwand der Sicherheit – entlang religiöser oder ethnischer Grenzlinien weiter vorangetrieben wird. 

Auch dürfe es nicht sein, dass die Angst regiert und als Folge davon die Freiheit und die Grundrechte infrage gestellt werden – dies auch im Wissen, dass es keine absolute Sicherheit geben kann. 


Der Himmel am Dienstag 12. Januar abends über der Stadt.
Erst orange, einige Minuten später blutrot


Und weiter: Gleichzeitig  wollen wir hinter unsere zivilisatorischen Errungen-schaften nicht zurückfallen:  Das bedeutet, Freiheitsrechte wie die Meinungs- und Medienfreiheit oder die Glaubens- und Gewissens-freiheit zu verteidigen. Dass auch polizeiliche Maßnahmen hierfür notwendig sind, steht außer Frage.

Die weltweite Solidarität toleranter, vernünftiger und friedliebender Menschen, die sich lokal und global für Freiheit, Gerechtigkeit und menschenwürdige Lebensbedingungen einsetzen, ist aber ebenso eine Möglichkeit, dem Terror die Stirn zu bieten.

Diese Kräfte müssen wir stärken gegen die Angst und jedwede Barbarei, egal aus welcher weltanschaulichen Richtung sie kommt. Unsere Grundwerte sind keine Selbstverständlichkeit, sondern wurden hart erkämpft. Es gilt, dafür einzustehen und zwar jeden Tag.
(gelesen und zitiert aus dem „Tagblatt der Stadt Zürich“ www.tagblattzuerich.ch Städtisches Amtsblatt vom 14.1.15 Seite 4)

Stadtrat Richard Wolff ist der Vorsteher des Polizeidepartements der Stadt Zürich und nach meinem Gefühl meint er echt, was er sagt. Danke, dass ich in dieser Stadt leben darf.

Liebe Grüsse aus dem
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