Montag

Zürich im November ~ Kunstverständnis


Mittagspause am letzten Freitag auf dem Sechseläutenplatz
Ein milder Novembertag.


Endlich leer. 
Der Platz, den wir uns über eine Volksabstimmung errungen haben. Kaum eröffnet im April dieses Jahres und gleich verstellt mit Leichtathletik-Zelt, Filmfestival-Zelt, Zirkus-Zelt. 

Kein Weihnachtsmarkt, dem Himmel sei dank. Im Winter eine Eisfläche zum Schlittschuhlaufen, das würde mir gefallen, wie in Bern↓


Die Möwen sind zurück. 
Überall am See sind sie wieder anzutreffen. 
Will heißen, der Winter steht vor der Türe.


(Bilder durch anklicken vergrößern)


Sehr zutraulich diese eine Möwe. Ich konnte an ihr vorübergehen und sie knipsen. Sie verhielt sich ruhig, beobachtend und sehr konzentriert, falls doch Gefahr drohen sollte.


HIER↓eine Möwengeschichte auf meinem früheren Blog und 


Ich liebe Weidenbäume. Still und fest verankert und doch immer in Bewegung.


Auf der anderen Seite der Limmat, dieselbe Weide. Sie verliert immer mehr Blätter, halt wie viele Menschen ihre Haare im Spätherbst ihrer Lebenszeit.


Stille rund ums Bootshaus. …..


„Ist das Kunst?“ stellte ich die Frage und ärgerte mich wie viele andere StadtbewohnerInnen über dieses Projekt und seine Kosten. 


Auf meinem Spaziergang fand ich diese Antwort auf obige Frage: „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.“ 

Mein Kunstgeschmack ist eher konservativ, schön, harmonisch, aufbauend, auch bewegend und aufrüttelnd darf es sein, doch im Großen und Ganzen ist er wohl nicht mehr so zeitgemäß. Halt nach meinem Gefühl und Verständnis.


Das hat sich ein bisschen geändert -;) Letzte Woche habe ich mir von der Bibliothek eine DVD ausgeliehen über die Performance-Künstlerin Marina Abramovic↓ „The Artist is Present“, und ich bin total beeindruckt.

Wahnsinn! 7 ½ Stunden im Tag, 6 Tage die Woche über 3 Monate lang nichts als auf einem Stuhl sitzen, und den Menschen, der ihr gegenüber Platz nimmt, ansehen, bewegungslos, still. Ganz auf diesen einen Menschen, auf diesen einen Moment konzentriert. 

Im Museum of Modern Art in New York haben sich die Leute gedrängt um ihr in die Augen zu sehen. 750'000 besuchten die Ausstellung. 


Sehe ich wirklich hin, nehme ich an, was ich sehe, da wo ich bin - im Hier und Jetzt, offen und bedingungslos liebend? Hmm…


 21. November und allüberall ist Weihnachten wieder präsent.


Hübsch in der Altstadt, schrill an der Bahnhofstrasse.


Dekoriert mit viel Liebe …


und überwacht von der Videokamera.


Immer noch Blumen an den Fenstern dank dem milden Novemberwetter


(Bilder durch Anklicken vergrössern)


Eine Amsel sitzt bewegungslos im Baum zwischen den Hagebutten. 


Ich habe sie entdeckt. Sie lässt sich fotografieren, regungslos. Still.


Das Katerchen will nichts von mir wissen, es geht zielstrebig seiner Wege


Ein Taubenschwarm zieht am Mittagshimmel vorüber. 
Rauschen und Bewegung in der Luft.


Etwas Farbe noch. Bald ist grau, vielleicht zwischendurch mal weiß bestimmend.


Wie ein Blatt vom Baume fällt, 
so fällt ein Mensch aus seiner Welt. 
Die Vögel singen weiter.
Matthias Claudius 1740 - 1815


Die Lindenbäume auf dem Lindenhof↓ sind schon ganz kahl, noch immer sind Touristen da um von hier oben einen Blick auf die Altstadt und das Großmünster zu werfen. Und Bilder davon mitzunehmen in ihre Welt.


Heitere Resignation – es gibt nichts Schöneres.
Marie von Ebner-Eschenbach 1830 - 1916


Das Feld ist leer, wer als nächstes spielen wird, ist offen. Schach, Mühle oder das Leben. Eine neue Runde steht an, irgendwann, im unendlichen Spiel … Winter … Frühling … Sommer … Herbst …

Liebe Grüsse aus dem
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