Dienstag

Farbtupfer und Aufsteller ~ Krieg und Optimismus

Trotz dem miserabelsten Sommer seit Jahren, erfreut uns die Natur in diesen kühlen Augusttagen mit bunten Farben und schenkt uns köstliche Früchte in Hülle und Fülle. Hier einige Farbtupfer aus dem Botanischen Garten in Zürich.


(Durch Anklicken können die kleineren Bilder vergrößert werden)





Können wir OptimistInnen sein in diesen Tagen? Wenn in der Welt Kriege und Gemetzel kein Ende finden. Wenn für Menschen wie du und ich, die ihren Alltag mehr oder weniger unbekümmert gelebt haben, plötzlich alles zusammenstürzt?

Kürzlich habe ich ein Interview mit Carla Del Ponte gelesen, sie sagt von sich: “Ich bin eine Optimistin und werde immer eine bleiben.“ Und dies, obwohl sie als Mafiajägerin und kompromisslose UNO-Chefanklägerin die Menschen von ihrer grausamsten Seite kennen lernte.

Carla Del Ponte wurde vor 3 Jahren pensioniert, und obwohl sie keine Mühe hatte ihre Arbeit loszulassen, und es genießt, Großmutter zu sein, ließ sie sich angesichts des grausamen Bürgerkrieges in Syrien auf Anfrage der UNO überzeugen, sich einige Zeit unentgeltlich als Sonderkommissarin für die Opfer von Kriegsverbrechen einzusetzen.


Sie sagt, was in Syrien passiert, ist die grösste Tragödie, die sie je erlebt hat. Regierungstruppen und Rebellen gehen auch gegen die Zivilbevölkerung mit einer unglaublichen Brutalität vor. Sie besucht unter anderem Flüchtlings-lager in den umliegenden Ländern und hat dort mit vielen Opfern gesprochen. Das Leid, das diese ihr schildern ist unvorstellbar.

Trotz der ausweglosen Lage gibt sie als Optimistin niemals auf. Die Lage der Opfer beschäftigt sie aber stark. Besonders tragisch empfindet sie die Situation der Schwächsten, also der Kinder, aber auch der vielen Jugendlichen, die oft schon als Zwölfjährige als Kindersoldaten missbraucht werden. Hier wächst eine ganze Generation heran, die vom Krieg traumatisiert ist.

Als Anwältin ist es ihr Wunsch so viele Fakten wie möglich gegen die Täter zu sammeln, damit diese vor Gericht gebracht werden, weil wir das den Opfern schuldig sind.

Meine Hochachtung vor dem Elan und der Beherztheit dieser Frau!
 (Das interessante Interview ist in der Zeitlupe Nr. 9 / September 2014 zu lesen)


Ebenfalls als Optimist betrachtet sich der Dalai Lama. Und dies trotz all des Leids, das er und das tibetische Volk durchleiden. Als Flüchtlinge, als Folteropfer, als Unterdrückte im eigenen Land. Trotzdem glaubt er an die ursprünglichen Qualitäten des Menschen:

„Ich glaube, dass Liebe und Zuneigung zu den ursprünglichen Qualitäten des Menschen gehören. Wenn wir uns konträr verhalten, handeln wir gegen unsere tiefste Natur, was uns schlecht bekommt. 

Natürlich sind Hass, Neid und Böswilligkeit ebenfalls Facetten unseres Wesens, das lehrt uns die Geschichte der Menschheit zur Genüge, und manche behaupten deshalb, die menschliche Natur sei im Grunde böse und gewalttätig. 

Ein Standpunkt, den ich aber dennoch nicht teile. Ich halte trotz allem die Liebe für die uns bestimmende Kraft.“

(zitiert aus „Allen Freund sein“ Poesie des Erleuchtungsgeistes von Khunu Lama Tenzin Gyaltsen)

Zwei Menschen, die mir Mut machen
in diesen dunklen Tagen des Weltgeschehens.

Liebe Grüsse aus dem
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