Freitag

Ein Abstecher in die Tropen…

…ist neuerdings hier in der Stadt möglich ohne einen Cent auszugeben. Eine Option dem garstigen Maiwetter der letzten Tage zu entkommen.

Die Tropenhäuser des Botanischen Gartens in Zürich haben nach einer Umbauphase und Neubepflanzung dieses Jahr die Tore wieder geöffnet.
Drei Häuser mit drei Klimaregionen: Tropischer Bergwald, Tropischer Tieflandregenwald, Tropische Trockengebiete. 


Wow, die haben sich ins Zeug gelegt! Davon konnte ich mich kürzlich überzeugen, besonders beeindruckend ist das grösste Schauhaus mit tropischem Tiefwaldregenwald.

Das Herz eines Regenwaldes bilden natürlich die Bäume. Neben einer Sammlung typischer tropischer Baumgattungen wie z.B. diversen Palmen und Feigenarten (Ficus) und Vertrertern aus den Familien der Sapotaceae (Breiapfelgewächse) oder Anacardiaceae (Sumachgewächse), zeigt das neue Betonmodell eines Regenwaldriesen (Shorea fatiguana, Dipterocarpaceae) wie gross Tropenbäume werden können.

An dem Baumstamm ranken sich Lianen empor, während epiphytische Pflanzen ihren Platz an der Sonne geniessen. Eine Plattform auf 6 m Höhe erlaubt einen Blick auf und in die Baumkronen. Noch wird es einige Jahre dauern, bis die neu gesetzten Pflanzen einen dichten Wald bilden, aber bereits jetzt gibt es viele spannende Details zu entdecken. 

HIER↓alles lesen auf der Webseite des BotanischenGartens der Uni Zürich.


Das Klima ist so gut imitiert, dass mir die Schweisstropfen nur so über das ganze Gesicht rollten, als ob ich Holz gehackt hätte. Ebenso erging es der Linse meines Fotoapparates, sie versagte den Dienst. Nur einige wenige Bilder waren möglich, in Blitzeseile.

Einfach Wahrnehmen und Staunen war angesagt!

Wieder einmal ist mir klar geworden, für dieses Klima ist meine körper-liche Konstitution nicht geschaffen. Nach dem Verlassen des kleinen Urwald-paradieses liess ich mich ganz gerne draussen von der kühlen Luft umfangen-:)



Kürzlich habe ich eine DVD über Menschen, die am Äquator leben gesehen. Hier hat mich vor allem der junge Mann Lubun Stanley Petrus beeindruckt. Er gehört zu dem Volk der Penan↓, einem der Urvölker Malaysias.

In der Schweiz wurde dieses Volk durch Bruno Manser↓ bekannt. Er war zu Lebzeiten der bekannteste Schweizer Regenwaldschützer und Menschen-rechtsaktivist. Von 1984 bis 1990 lebte er in Sarawak beim Volk der Penan.

Konfrontiert mit der rasanten Zerstörung des Regenwaldes durch die Holzindustrie, half er den Penan, gegen das Vordringen der Holzfäller Wider-stand zu leisten, und wurde zum internationalen Sprachrohr des bedrohten Urwaldvolkes. Seit seiner letzten Reise nach Sarawak im Mai 2000 ist er verschollen.

HIER↓ alles lesen (Webseite des Bruno Manser Fonds – Fairness im Tropenwald) oder den Zeitungsartikel↓ „Verschollen im Urwald, aber nicht vergessen“.



Der Penan Lubin Stanley Petrus geht in diesen Fussstapfen weiter, er bedient sich neuester technischer Methoden um die Waldrodungen in seinem Stammesgebiet zu beweisen. Er filmt die Abholzungsarbeiten internationaler Firmen im Regenwald.

Zusammen mit weiteren Stammesmitgliedern hat er am Ende seiner Reise durch den Dschungel alle Fakten für eine Klage in der Hand. Zum Abschluss des Films erfährt man, dass die Klage eingereicht wurde, aber ob sie Erfolg hatte, bleibt im Ungewissen.

Auf YouTube ist der Film, der die Mission dieser Gruppe des Penanvolkes zeigt, zu finden (Ausschnitt aus dem oben erwähnten Film über die Menschen am Äquator). Er gibt einen faszinierenden Einblick in das Leben im Dschungel.


Die Wälder gehen den Menschen voran,
die Wüsten folgen ihnen. 
François-René de Chateaubriand 1768-1848

Weißt du nicht, dass die Wälder das Leben eines Landes sind? 
Babylonische Keilschrift

Der Wald ist ein besonderes Wesen,
von unbeschränkter Güte und Zuneigung
das keine Forderungen stellt
und großzügig die Erzeugnisse
seines Lebenswerks weitergibt;
allen Geschöpfen bietet er Schutz und spendet Schatten,
selbst dem Holzfäller, der ihn zerstört.
Siddharta Gautama Buddha

Liebe Grüsse aus dem
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