Montag

Das Wort zum Montag ~ Profanes und Heiliges

Weil ich einige Kommentare über die „Conchita Wurst“ gelesen habe, dafür, dagegen oder einfach wurst, wurde ich auf eine Heilige mit Bart aufmerksam. 

Die St. Cumera oder die heilige Kümmernis. Auch hier in der Schweiz soll sie verehrt worden sein, ebenso in Österreich und in Bayern. In Südeuropa und Südamerika ist sie, wie ich aus dem unten stehenden Link erfahren habe, sogar heute noch präsent.

Als Königstocher damals, sollte sie gegen ihren Willen an einen Prinzen verschachert, verheiratet werden. Ein gängiges Frauenlos zu damaliger Zeit (soll es auch heute noch geben). Sie bat Gott inniglich sie zu verunstalten. Ihr Wunsch wurde erfüllt und ein Männerbart verunzierte ihr Gesicht.

Der im Zorn entbrannte Vater ließ die Tochter kreuzigen. Was er später wieder bereute. Die mutige junge Frau, die ihrem gewählten Weg treu bleiben wollte, zahlte mit dem Leben dafür. 

Saint Wilgefortis Graz / Fotograf Gugganij
Bild Wikipedia Creative-Commons-Lizenz↓
Ob Sankt Caritas, Comera, Cumerana, Eutropia, Hilfe, Hulpe, Hülpe, Liberata, Liberatrix, Ontcomera, Ontkommene, Ontkommer, Gwer, Sankt Wilgefortis oder Sainte Affligée – gemeint war immer die heilige „Kümmernis”, eine „mythologische Volksheilige fraulicher Sorge und Abwehr”. Mit diesem Namen wurde seit dem 15. Jahrhundert eine angeblich „selige Jungfrau” bezeichnet. (zitiert aus: HIER↓ ~ alles lesen)

Ich mag solche Legenden sehr und es kann gut sein, dass auch diese tiefer wurzelt. Denn heute ist allgemein bekannt, dass oft, wenn sich neue Staatsreligionen oder –Ideologien etablierten, diese die alten Mythen zerstörten oder für ihre Zwecke umdeuteten.

Natürlich kann diese Geschichte verschieden interpretiert werden, für mich bedeutet sie: zu sich stehen und seinen inneren Werten treu bleiben auch mitten in Bedrängnis und Sturm.

Treusein heißt, sich selber die Treue halten.
Antoine de Saint-Exupéry
zitiert aus „Die Stadt in der Wüste, Citadelle“

Liebe Grüsse aus dem
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