Sonntag

Alpabfahrt ~ Die Königinnen der Alpen ~ Alpkäse

Am letzten Samstag im September durfte ich bei idealstem Herbstwetter die Kühe auf ihrem Einmarsch ins Dorf Schüpfheim↓ erleben. Aus der ganzen Schweiz und sogar aus dem Ausland reisen Jahr für Jahr Tausende Schaulu-stige dorthin um die Alpabfahrt kennen zu lernen, eine gelebte Tradition und Folklore. Über 200 Tiere ziehen dann von den Sömmerungsalpen zu Tale.


Das Dorfzentrum wurde für den Verkehr gesperrt, sodass die Königinnen freie Bahn für ihren Auftritt hatten. Es gab auch viele Imbissstände, kleine Festzelte und natürlich Marktstände mit köstlichem Alpkäse. 


Die Kuh ist unser Nationaltier. Doch vielerorts ist die heutige Kuh durch intensive Nutzung von ihrem Naturell entfremdet.

Ein Film von NetzNatur berichtet über das „Kuh sein“ und zeigt wie Bauern neue Wege gehen. Als Konsumenten sind wir gefragt uns über die Lebens-bedingungen der so genannten Nutztiere zu informieren.

HIER↓ zum Film, wenn sich jemand dafür interessiert.


Auf dem Catwalk …


…. die Modeschau der Alpenköniginnen 


7 Älplerfamilien beteiligten sich an der Alpabfahrt. In unzähligen Ar-beitsstunden haben sie die mächtigen Kuhglocken auf Hochglanz poliert, die Tiere mit Blumen und Fähnchen geschmückt und ihren Hausrat für den Umzug ins Tal auf die Wagen gepackt.


1. Strophe eines beliebten Heimatliedes
Lueget vo Bergen und Tal,
flieht scho der Sunnestrahl!
Lueget uf Auen und Matte wachse die dunkele Schatte.
D’Sunn uf de Berge no stoht.
O wie si d’Gletscher so rot! O wie si d’Gletscher so rot!


2. Strophe
Lueget do aben a See! 
Heimetzue wendet si’s Veh;
Loset wie d’Glogge, die schöne, fründlig im Moos is ertöne.
Chüejerglüt, üseri Lust, tuetis so wohl i der Brust!
Tuetis so wohl i der Brust!


3. Strophe
Still a de Berge wird’s Nacht, 
aber der Herrgott dä wacht.
Geseht-er sälb Sternli dört schine? Sternli wie bisch du so frine!
Gseht-er, am Nebel dort stoht’s!
Sternli, Gott grüess die wie gohts? Sternli, Gott grüess die wie gohts?


4. Strophe
Loset, es seit is: „Gar guet. 
Het mi nit Gott i der Huet?
Frili, der Vater von alle loht mi gwüss währli nit falle.
Vater im Himmel, dä wacht.
Sternli, liebs Sternli, guet Nacht! Sternli, liebs Sternli, guet Nacht!


Auch die Kleinen sind schon mit Freude und Stolz mit dabei. Das werden vielleicht künftige Älpler und Älplerinnen, wer weiß-:)


Alle packen an im Familienclan …


Die schwarze, kurzärmlige bestickte Trachtenjacke aus Samt, die der junge Senn trägt heisst Berner Mutz. Die gefällt mir besonders gut, ich finde sie richtig chic


Mit Kind und Kegel wie es so schön heißt. 


Voll Energie der kleine Senn und die kleine Sennerin-:)


Auch die ganz Kleinen sind dabei, huckepack auf Pappis Schultern!


Alp Äschi, eine von den sieben am Alpabzug teilnehmenden Alpbetrieben.


Der Esel durfte ganz unbelastet ins Tal trotten, der Grossätti hat den ganzen Hausrat auf den Wagen geladen und ratterte damit bequem talwärts.


Zügeln einmal anders ~ mit Blumen und Heurechen


Jodler und Jodlerinnen, Alphornbläser und auch zwei Alphornbläserinnen haben die Pausen zwischen dem Einmarsch der verschiedenen Älplerfamilien und ihren Tieren mit urchiger Schweizer Musik ausgefüllt.


Das Alphorn gehört aufgrund seiner Anblastechnik instrumentenkund-lich zu den Blechblasinstrumenten, obwohl es traditionell überwiegend aus Holz gefertigt wird. Es besitzt weder Klappen, Züge noch Ventile und ist daher bezüglich der zu spielenden Töne auf die Naturtonreihe beschränkt.

Ein Alphorn kann man, je nach Landschaft, 5 bis 10 km weit hören. In der Schweiz erfreut sich das Alphorn allgemeiner Beliebtheit.
Weiteres aufWikipedia↓

Eine junge Schweizer Musikerin, Eliana Bürki hat die Alphornmusik ins 21. Jahrhundert katapultiert ~ HIER↓ ein Eindruck


Heimatliche Klänge vorgetragen mit Herz und tragenden Stimmen von Frauen und Männern in schmucken Trachten.


Und noch ein Lied ist mir aus der Schulzeit geblieben:
S’ Ramseiers wei go grase, 
s’Ramseiers wei go grase,
wohl uf de Gümmligebärg, wohl uf de Gümmligebärg.
Refrain: Fidiri, fidiri, fidiratalalala, fidiri, fidira, fidiralalalala,
s’ Ramseiers wei go grase, wohl uf de Gümmligebärg.


Etwa um halb acht Uhr morgens war Abreisezeit für mich um rechtzeitig in Schüpfheim einzutreffen. Noch etwas früher starteten die ersten Herden von ihren Alpen. Schon morgens um 7 Uhr waren sie bereit, um pünktlich um 11 Uhr in Schüpfheim durchmarschieren zu können. Vier Stunden Marschzeit für die einen, Wahnsinn!


Das war ein eindrückliches Erlebnis, und natürlich wurde auch der Alpkäse gekostet und gekauft, feine Älpermagronen↓ geschmaust, ebenso ein Älpler-kaffee↓ probiert -  Mmmmh – so guet-:)))



Gelesen:
Alpkäse wird aus natürlicher Schweizer Alpenmilch und in sorgfältigster Handarbeit hergestellt. Die Alpweiden mit bis zu 100 verschiedenen Kräutern und Gräsern verleihen ihm den einzigartigen Geschmack.

Ein Käse darf die Bezeichnung „Alpkäse“ nur tragen, wenn die Milch-produktion und die Verkäsung auf der Alp stattfinden. Er ist also ein saisonales Produkt, das nur von Juni bis September hergestellt wird.

Jeder Alpkäse ist anders. Lokal unterschiedliche Kräuter, Herstellungsme-thoden und Traditionen prägen den Käse im Aroma, Farbe, Form, Reifegrad und Härtestufe. 


Tausende haben die Königinnen bei ihrer Rückkehr ins Tal begrüsst, das hat mich überrascht und berührt.


Schweizweit finden im September jeweils Alpabzüge ins Tal statt, letztes Jahr begleitete das Fernsehen einen Alpabzug von morgens früh bis zur Ankunft ins Tal. Hier einige kleine Impressionen daraus.


Ein Moment kommt, ein Moment geht
JETZT DA SEIN