Sonntag

Nicht spurlos an mir vorbei …

geht das Geschehen in dieser Welt, auch wenn ich hier im Blog wenig darüber schreibe.

Gewütet, geschossen und getötet wird in Syrien und in Ägypten. In Libyen herrscht Chaos wie zu lesen ist. Im Irak toben immer wieder Klein-kriege, Menschen werden sinnlos in tausend Stücke gesprengt. Ohne mit der Wimper zu zucken, bar jeden Mitgefühls.

Drogenmafiosi bringen in Mexiko mit grausamsten Methoden Menschen zum Schweigen. Kürzlich habe ich das am Radio gehört, ohne es gesucht zu haben. Danach war mir den ganzen Tag schlecht, dem Erbrechen nahe.

Im Gefangenenlager auf Guantanamo↓ darben immer noch Folteropfer. Nicht wenige dieser Männer haben nichts verbrochen als zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein. Und… und… und noch viel mehr an Menschen-rechtsverletzungen↓ weltweit.


China, Russland und leider auch die USA, um nur die grössten Welt-regierungen zu nennen, haben alle schmutzige Hände, was menschenverach-tende Foltermethoden↓ anbelangt. Schrecklich! Schauerlich! Wie kommt das nur?

Gewaltfreie Demonstrationen dagegen? Unterschriften sammeln?

Nachdem ich mich, was die Weltgeschichte anbelangt, mit vielen Stunden Filmmaterial (ausgeliehene DVDs) weitergebildet habe, versank ich in Entsetzen über deren grausame Realität. Ich war daran mich davon niederdrücken zu lassen und in Gefahr in abgrundtiefem Abscheu zu erstarren.

Gewaltlose Demonstrationen, ja. Doch wenn diese nicht Hand in Hand gehen mit einer geistigen Umorientierung von grossen Teilen der Menschheit wird das wenig bringen. Vielleicht lokal etwas Scheinfrieden für eine gemessen am Weltzeitalter kurzen Zeitspanne.


Wir haben Frieden in Europa. Wirklich? Es gärt und brodelt im Untergrund in nicht wenigen Staaten. Ich lese von arbeitslosen Jugendlichen, Armut, die um sich greift. Und wer sich unrecht behandelt fühlt, holt sich eben oft, was er denkt, es stehe ihm zu.

Die vielen jungen Männer aus afrikanischen Staaten, die über das Meer flüchten um etwas von unserem Wohlstand abzubekommen, werden sich auf die Länge kaum damit abspeisen lassen, dass sie wieder und wieder in ihre Länder abgeschoben werden. 

Eine indische Aktivistin sagte ganz unverhohlen in einem Film über Armut in der so genannten 3. Welt, „Bereitet euch darauf vor, dass die Armen bei euch holen werden, was ihnen vorenthalten wird.“

Unser Wohlstand, worauf gründet der? All unsere technischen Apparate, wo entstehen die? Unter welchen Arbeitsbedingungen? Und die Rohstoffe dazu, wo werden die der Erde entrissen? Und unter welchen Arbeitsbe-dingungen? Kümmert uns das? 

Sind das alles faule Menschen, die nicht arbeiten wollen, deshalb sind sie arm?


Und denken wir an unsere Gaumenfreuden, seien es Fische, Fleisch, Eier, Gemüse, Früchte oder auch an unsere Kleidung. Wie viel Arbeit von uns unbe-kannten Menschen steckt dahinter? Und auch wie viel Leid, wenn sich diese trotz tagein, tagaus erschöpfender körperlicher Arbeit kaum davon ernähren, geschweige denn ihren Kindern eine gute Schulbildung bieten können.

Und was die Tiere anbelangt, blickten wir wirklich mit offenem Herzen auf unsere Teller, wäre uns klar wie oftmals nicht wenig Leid in unserer Nahrung versteckt ist.

Mein Fazit, wenn wir Frieden möchten auf dieser Welt, sind nicht nur gewaltfreie Demonstrationen gefragt, sondern auch, dass jeder Harmonie und Frieden in seinem Inneren schafft. Und dass wir wirklich lernen zu verstehen, was einem anderen Lebewesen irgendwo auf dieser Erde angetan wird, kann irgendwann auch zu unserem Leid werden, früher oder später, auf die eine oder andere Weise. 

Die Welt und ihre Bewohner sind ein Ganzes!

Wenn diese Erkenntnis unser Herz erfüllt, dann werden ethische Geboten, wie

„Du sollst nicht töten!“ zu
„Liebe alle Lebewesen gleich und von ganzem Herzen!“

„Du sollst nicht stehlen!“ zu
„Sei großzügig und sammle heilsame Taten!“

 „Du sollst keine unheilsamen Beziehungen führen!“ zu
„Bemühe dich um Aufrichtigkeit und Reinheit in Körper und Geist!“

„Du sollst nicht lügen!“ zu
„Sprich ehrlich und wahrhaftig!“

„Du sollst deinen Geist nicht mit Drogen und Alkohol vernebeln!“ zu
„Strebe stets nach Achtsamkeit und Weisheit!“
(zitiert aus „Vertraue und lass alles los“ Seite 140 von Zen-Meisterin Daehaeng.)

Auf diese Weise werden die ethischen Gebote nicht dadurch gehalten, dass wir irgendetwas unterlassen. Sie werden vielmehr dadurch erfüllt, dass unser Tun im Einklang ist mit dem geistigen Weg zur wahren Menschwerdung.


„Folgst du aber in deinem Handeln ohnehin ganz deinem ursprünglichen HERZEN, das stets klar und rein ist, dann brauchst du keine vorformulierten Gebote“, erklärt uns die gütige Zen-Meisterin Daehaeng↓

Nicht wenige Weise, bekannte und unbekannte, Männer wie Frauen, widmen ihr Leben der Aufgabe den Geist der Menschen auf eine höhere Stufe des echten Menschseins anzuheben.

Packen wir es an,
und arbeiten an unserem Geist
um eine mitfühlende Welt
in uns und um uns entstehen zu lassen.

JETZT da SEIN
Am Sonntagmorgen 18.8.2013 aus meinem Herzen fließend geschrieben.